Cybersex (CS)

Frage: Was ist Cybersex (CS)?

Antwort: Cybersex, häufig abgekürzt mit CS, ist eine Entwicklung der Moderne, sein Ursprung liegt in der Vernetzung von Computern zum World Wide Web bzw. zum Internet. Mit Cybersex kann man grob umschrieben erotische Kontakte bezeichnen, die alleine durch die Nutzung des Internet geschlossen und aufrecht erhalten werden. Im Laufe der Zeit und der damit einhergehenden technischen Weiterentwicklung hat sich auch der Cybersex verändert. Im folgenden werden die verschiedenen Formen chronologisch dargestellt:

Textbasierte Chats
Zu Zeiten als die Datenübertragung im Internet über ein Modem mit maximalen Geschwindigkeiten von 56kbps zu einem massentauglichen Medium wurde, schoßen Chats wie Pilze aus dem Boden. In diesen reinen textbasierten Chats kann man sich einen (Phantasie-)Benutzernamen wählen und dann mit anderen Benutzern in sogenannten Chaträumen kommunizieren und diskutieren. Häufig werden solche Chaträume thematisch oder regional organisiert um eine grobe Richtung der Kommunikation vorzugeben bzw. um Usern die Gelegenheit zu geben, Gleichgesinnte schnell ausfindig zu machen. Nicht selten kommt es dabei allerdings vor, dass die Fantasie des Users “LoverMan25” sich vom Benutzernamen eines anderen Users “HeisseBiene23” anregen lässt. Man vereinbart “CS” also Cybersex miteinander zu haben und zieht sich gemeinsam in einen speziellen Chatraum, das sog. Separee zurück um sich dort über erotische oder explizit sexuelle Dinge auszutauschen und sich daran zu erregen. Über die Häufigkeit, dass zwei Menschen desselben Geschlechts unter Vorspielung falscher Tatsachen Cybersex in einem Text-Chat miteinander haben, gibt es zwar keine verlässliche Untersuchung – es dürfte jedoch sehr häufig vorkommen, ebenso wie Ehen, die aus textbasierten Chats entstanden sind.

Mit dem Aufkommen von Messengern wie ICQ, MSN, Skype und Co. verlagerte sich auch der Cybersex weg von Chat-Seiten hin zu privaten Kommunikationsprogrammen, die allesamt auch für die folgende Form von Cybersex eingesetzt werden können.

Webcam Chats
Mit der Einführung von DSL und den damit einhergehenden größeren Bandbreiten boten sich auch dem Cybersex neue Möglichkeiten. Die technischen Voraussetzungen ermöglichten nun auch größere Datenmengen in Echtzeit über das Internet zu übertragen, einschließlich bewegter Bilder von Kameras – die Geburtsstunde der Webcams. Und natürlich wollten nun sehr viele Menschen andere Menschen nackt vor einer Webcam sehen, darum öffneten unzählige Webcam Chats ihre Pforten, die eine Mischung aus textbasiertem Chat zur Kommunikation und Videobildern zur Illustration anboten. Schnell wurde diese Möglichkeit benutzt, um Cybersex 2.0 in Form von Webcam Sex bzw. Live Sex zu erschaffen, denn man erkannte sehr bald das Potential von halb- oder ganz nackten Frauen und Mädchen, mit denen ein Benutzer nicht nur chatten sondern sie auch gleichzeitig live per Webcam sehen kann. Ein solcher Webcam Sex Chat wird heutzutage zumeist professionell betrieben und hat im Prinzip den Charakter eines Online Bordells zur schnellen Befriedigung männlicher Triebe und sexueller Gelüste. Mann sucht sich darin eine Frau aus, die ihm gefällt, besucht sie in ihrem Webcam Chat und bezahlt dafür zwischen ein und drei Euro – pro Minute. Dafür bekommt man nackte Haut und diverse sexuelle Handlungen zu sehen, kann das Geschehen weitestgehend selbst bestimmen und sich genüßlich dabei selbst befriedigen. Reale Kontakte zwischen den Webcam Sendern und Konsumenten sind im Gegensatz zum klassischen textbasierten Cybersex übrigens nicht vorgesehen!

cam2cam Chats
Die Bandbreiten der Internetverbindungen wurden größer und bald standen auch in Privathaushalten Uploadraten zur Verfügung, die nicht nur ein Empfangen sondern auch das Versenden von Webcam- bzw. Videodaten ermöglichten. Dies führte zur Entwicklung von sogenannten cam2cam Chats (cam2cam – Webcam zu Webcam), einem bidirektional geführten Webcamchat, bei dem beide Chatter das jeweils andere Videobild in Echtzeit sehen können. Cybersex 3.0 hat sich seit dem als cam2cam Sex Chat manifestiert, wobei Chatter sich an den sexuellen Handlungen des Gegenübers erregen. Die fantasiebasierte Stimulation der Text-Chats hat sich damit in eine komplett visuelle Stimulation gewandelt, die sich sehr bald durch die Verbreitung von Technologien wie der Videotelefonie als Möglichkeit zum Cybersex in unser aller Leben durchsetzen wird.

Interaktive Webcam Chats
Seit kurzem gibt es Cybersex aber auch noch in einer weiteren Form: interaktive Webcam Chats, einer Weiterentwicklung von Webcam Sex bei der auf der Senderseite technische Einrichtungen vorhanden sind, die ein Benutzer über das Internet steuern kann. Ein moderner Trend sind solche Webcam Chats, in denen Sender über Sexmaschinen verfügen an denen ein Dildo oder ein ähnliches Sexspielzeug angebracht ist. Konsumenten des Webcam Chats können über das Internet die Geschwindigkeit bzw. Intensität des Dildos steuern und damit direkt das Geschehen beim Cybersex beeinflussen – und das sogar von einem anderem Kontinent.

Zukunftsmusik
Cybersex wird sich gewiss auch in Zukunft weiterentwickeln – wer hat noch nicht von Ganzkörperanzügen mit USB-Anschluss gehört, bei denen man die Berührungen und Stimulationen des Gegenübers über das Internet vermittelt bekommt. Ganz soweit ist es zwar noch nicht aber Cybersex, und damit letztendlich das Internet, hat doch bereits jetzt einen großen Einfluß auf die Sexualität von Menschen genommen. Wohin der Weg führt ist ungewiss…



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